Besondere gesundheitliche Wirkungen von Kurkuma werden interdisziplinär erforscht

Das Wissen um die gesundheitlichen Wirkungen von Kurkuma ist bereits seit mehreren tausend Jahren in der traditionellen Naturheilkunde einiger fernöstlicher und in indischen Regionen verankert. Es zählt fast zum Allgemeinwissen, dass der Verzehr von Kurkuma beispielsweise die Gallensäureproduktion und den Gallenfluss anregt und somit die Fettverdauung unterstützt. Außerdem werden dem Curcumin, das mit 2 bis 5 Prozent der wichtigste Inhaltstoff von Kurkuma ist, entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben. Deshalb hilft Kurkuma bei entzündlichen Darmerkrankungen, bei rheumatischen Beschwerden und bei anderen Gelenkentzündungen. Wie nachgewiesen wurde, wirkt Curcumin bei Diabetes-Risikogruppen sogar vorbeugend gegen Diabetes mellitus Typ 2.

Eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern verschiedener Universitäten und verschiedener Fachgruppen haben sich zu einem interdisziplinären Team zusammengefunden, um den Einfluss von Kurkuma auf Hirntumoren und auf die Ablagerung von Plaques im Hirn bzw. deren Abbau im Hirn von Mäusen zu untersuchen. Jan Frank, Oecotrophologe und Leiter des Teams, untersuchte zwei Verfahren, um die Resorbierbarkeit des nicht-wasserlöslichen Curcumins zu steigern.

Curcumin ist bei Mäusen wirksam gegen Hirntumoren

Curcumin kann nahezu ungehindert die Blut-Hirn-Schranke überwinden, also direkt mit dem Blutstrom in das Hirn gelangen. Das veranlasste den Onkologen Jakob Weißenberger im interdisziplinären Team dazu, die Wirkung des Curcumins auf Tumorzellen bei Mäusen zu untersuchen. Als ermutigendes Ergebnis bleibt festzuhalten, dass die Überlebensrate der Mäuse mit Hirntumoren, deren Futter Curcumin enthielt, gegenüber den Mäusen, die kein Curcumin bekamen, signifikant verlängert war.

Kurkuma mit Curcumin und Piperin. Gesunde Kombination mit hoher Bioverfügbarkeit

Curcumin vermindert bei „Alzheimer-Mäusen“ die Plaques im Gehirn

Der Hirnforscher Gunter Eckert untersuchte die Wirkung von Curcumin auf das Zentralnervensystem von Mäusen, die im Gehirn Ablagerungen (Plaques) aufwiesen wie sie für die neurodegenerative Erkrankung an Alzheimer typisch sind. Seine Forschungen zeigten, dass sich die Ablagerungen im Gehirn der Mäuse, denen Curcumin ins Futter gemischt wurde, gegenüber den „Alzheimer-Mäusen“, die kein Curcumin bekamen, signifikant zurückbildeten. Das Ergebnis lässt hoffen, dass Curcumin im menschlichen Gehirn von Alzheimer-Patienten eine ähnlich positive Wirkung entfaltet.

Die Aufnahme des nur schwer wasserlöslichen Curcumins lässt sich durch Mizellen und Mikronisate drastisch steigern

Kurkuma kann seine positiven gesundheitlichen Eigenschaften nur entfalten, wenn es vom Darm aus dem Nahrungsbrei aufgenommen (resorbiert) wird. Genau hier liegt ein Problem. Das Curcumin, das in Kurkuma enthalten ist, löst sich nur schwer in Wasser auf, es ist fettlöslich. Das bedeutet, dass nur ein geringer Teil des Curcumins resorbiert und der größte Teil ungenutzt mit dem Stuhl wieder ausgeschieden wird.

Jan Frank, Oecotrophologe, stellte Überlegungen an wie das Curcumin aufbereitet werden müsste, um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen und kam zu dem Ergebnis, dass das Curcumin entweder an Mikronisaten angelagert oder in Mizellen eingeschlossen werden müsste, um so von der Darmschleimhaut besser aufgenommen werden zu können. Mikronisate sind Pulver-Kügelchen, an denen Curcumin haftet und die vom Körper aufgenommen und weiter verwertet werden können. Sogenannte Mizellen sind winzige Transportvehikel, die sowohl wasser- wie auch fettlöslich sind und in die Curcumin eingeschlossen werden kann. Das Wissenschaftlerteam um Jan Frank kam bei einem Versuch an freiwilligen weiblichen und männlichen Probanden im Alter von 19 bis 28 Jahren zu einem aufsehenerregenden Ergebnis. Die Bioverfügbarkeit erhöhte sich im Falle der Mikronisate um den Faktor 9 und bei dem Mizellenversuch um den Faktor 185 gegenüber dem Verzehr von „unverpacktem“ Curcumin.

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